Suche Zuhause biete Liebe!


Hier werden euch die Hunde und Katzen vorgestellt, die dringend ein neues Zuhause brauchen, weil sie nicht länger auf der Straße bleiben können. Solange sich niemand findet freuen sie sich auch über Patenschaften!

 

Wichtig!

 

Wir wissen, wie leicht man sich von dem vielen Elend und den schlimmen Bildern im Internet, zu einer Spontanreaktion aus Mitleid verführen lassen kann. Mitleid ist allerdings keine gute Basis für eine langjährige Lebensgemeinschaft mit einem Tier.

Die Quintessenz des Ganzen ist einfach, man muss sich der vollen Verantwortung bewusst sein, die man seinen Tier gegenüber hat, bevor man sich dazu entscheidet ein Tier zu adoptieren!

 

 


 

Ablauf einer Vermittlung

 

Wenn ihr euren Traumhund entdeckt habt, dann kontaktiert uns!

Daraufhin wird ein erstes Gespräch stattfinden, in welchem ihr ausführlich über das Tier informiert werdet.

Wenn sich im Gespräch herausstellt, dass ihr und der Hund gut zusammen passt, wird ein Termin zur Vorkontrolle gemacht. Die Vorkontrolle findet bei euch zu Hause statt und wird von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter des Tierschutzvereins durchgeführt.

Nach einer positiven Vorkontrolle wird der ausgesuchte Liebling für euch reserviert.

Es wird für jedes vermittelte Tier ein Schutzvertrag abgeschlossen und eine angemessene Schutzgebühr entrichtet. Die Schutzgebühr deckt einen Teil der entstehenden Kosten bei der Versorgung der Tiere.  Sie beträgt bei uns in der Regel je nach Hund und Vorgschichte zwischen 200 und 300 €. Der Schutzvertrag dient zum Schutz des Hundes und regelt die wesentlichen Punkte zur artgerechten Tierhaltung. Mit eurer Unterschrift verpflichtet ihr euch das Tier artgerecht zu halten, es gut zu pflegen, Krankheiten tierärztlich behandeln zu lassen und das Tier weder zu verkaufen noch zu verschenken. Hunde dürfen nicht im Zwinger oder an der Kette gehalten werden und es darf nicht gezüchtet werden. Ihr erklärt euch ferner damit einverstanden, vom Tierschutz hinsichtlich der Tierhaltung kontrolliert zu werden.

Nachdem nun auch die Formalitäten abgeschlossen sind wird euer Tier auf die Reise nach Deutschland vorbereitet. Es wird vor seiner Ausreise tierärztlich untersucht sowie geimpft, entwurmt, gechipt und auf Mittelmeerkrankheiten getestet. Das Testergebnis wird euch vor der Vermittlung schriftlich mitgeteilt.

Dank lieber Urlauber, die sich uns als Flugpaten zur Verfügung stellen, kann das Tier zu einem Flughafen in eurer Nähe gebracht werden. Da leider nicht immer genügend Flugpaten zur Verfügung stehen, kann es auch manchmal zu einigen Wochen Wartezeit kommen.

In der Regel könnt ihr eurer Tier direkt am Flughafen in Empfang nehmen.

Bei Ankunft erhaltet  ihr einen blauen EU Heimtierausweis mit den gültigen Impfungen und der Chipnummer des Tieres. Der Heimtierausweis ist seit der neuen EU- Regelung Pflicht.

In der ersten Zeit werden wir uns regelmäßig bei euch melden, um nachzufragen, wie es euch und eurem neuen Familienmitglied geht. Nur durch eine gute und ehrliche Zusammenarbeit von beiden Seiten aus, kann es zu einer glücklichen, erfolgreichen Vermittlung kommen.



 

Tips und Ratschläge für die erste Begegnung


Die Ankunft: Bringt bitte zur Abholung vom Flughafen keine große Gruppe von Menschen mit und lasst am besten bereits vorhandene Haustiere zu Hause. Der Flughafen ist nicht der Ort, um ein stressfreies Kennenlernen zu ermöglichen und die Neuankömmlinge wären damit völlig überfordert.
Nach der Übergabe, schaut ob euer Hund sich nach dem Flug etwas abseits vom Trubel lösen möchte und haltet euch ansonsten nicht mehr lange auf dem Parkplatz auf, sondern macht euch auf einen baldigen Heimweg, damit sich das Tier etwas entspannen kann. Bitte passt gut auf, dass das Tier sich nicht aus dem Halsband winden kann und sichert es immer gut im Auto, damit es beim Öffnen der Türen oder des Kofferraums nicht herausspringen kann. Für die Anfangszeit empfiehlt sich, ein Geschirr anzupassen; besonders ängstliche Hunde sollten mit Geschirr und Halsband, doppelt gesichert werden.
Zuhause angekommen, lasst dem neuen Familienmitglied bitte Zeit, alleine und in Ruhe die neue Umgebung zu erkunden. Falls ihr weitere Haustiere habt, haltet diese noch fern und gebt dem Neuankömmling erstmal alleine die Möglichkeit, sich zu orientieren.
Ist das soweit passiert, lasst das vorhandenen Tier dazu, bzw. wenn ihr bereits mehrere Tiere habt, lasst die Tiere einen nach dem anderen dazu.
Sobald das Tier seine erste Erkundung abgeschlossen hat, solltet ihr ihm eine leichte Mahlzeit anbieten. Für die ersten Tage empfehlen wir Schonkost, um Durchfall aufgrund des Stresses zu vermeiden. Reis, mit gekochtem Hühnchen und geriebenen Möhren hat sich immer bewährt. In den Tagen danach könnt ihr das von euch ausgesuchte Futter, nach und nach hinzugeben.
In der Anfangszeit empfielt es sich den Neuling getrennt von eventuell bereits vorhandenen Hunden oder Katzen zu füttern.
Verlangt von eurem Tier am ersten Tag/Abend nichts weiter, macht keinen langen Spaziergang, fordert keine Zuneigungsbekundungen, sofern ers dies nicht selbst anzeigt und überlasst ihn am besten ganz den neuen Eindrücken und beobachtet lediglich das Verhalten.
Je nach Verträglichkeit und Typ, trennt ggf. den neuen Mitbewohner über Nacht von den anderen Haustieren, damit alle zur Ruhe kommen.


Die Tage danach: Ihr werdet wahrscheinlich feststellen, dass vor allem Hunde, die am Anreisetag extrem verschreckt und ängstlich waren, oftmals schon am nächsten Morgen wie ausgewechselt sind. Schimpfen Sie nicht, wenn das erste Geschäft ins Haus ging und machen Sie es kommentarlos weg.
Die ersten Tage sind für Hunde extrem wichtig für das künftige Zusammenleben, denn jetzt findet er heraus, "wie der Hase läuft" im Zusammenleben mit euch. Er beobachtet, lernt und passt sich an. Auf der anderen Seite erkennt er aber auch, wo er seine eigenen Regeln machen kann. So lange der Hund sich nicht etabliert hat und noch keine Besitzansprüche an euch und euer Heim stellt, habt ihr die besten Karten, eure eigenen Regeln zur Geltung zu bringen und das am besten von Tag eins an. Eine klare Struktur und deutliche Vorgaben, erleichtern einem Hund sehr, sich zurechtzufinden und das späteres Zusammenleben wird um einiges harmonischer laufen.
Regelmäßigkeiten haben für Hunde eine große Bedeutung. Auch, wenn ihr ggf. in den ersten Tagen oder Wochen, Urlaub genommen habt, gestalten eure Tage am besten annähernd so, wie es im normalen Alltag der Fall sein würde.

Macht zunächst häufigere, kurze Spaziergänge, damit der Hund lernt, sein Geschäft draussen zu verrichten. Arbeitet viel mit Lob, Leckerchen und Streicheleinheiten - aber immer ohne Druck und Gewalt!

Falls euer Hund alleine bleiben muß, übt das gleich von Beginn an. Verlasst das Haus am ersten Tag mal für ein paar Minuten und wiederholt das regelmäßig. Steigert das in den ersten Tagen immer weiter. Wenn ihr das geschafft habt, klappen in der Regel auch mal 5 oder 6 Stunden.

 


 

Formalitäten


Anmelden: Innerhalb von zwei Wochen muss ein Hund beim Einwohnermeldeamt bzw. Ordnungsamt gemeldet werden. Je nach Bundesland varrieren die Bestimmungen ein wenig.

In jedem Fall solltet ihr einen Versicherungsnachweis des Hundes, die Transpondernummer und den EU- Ausweis dabei haben.

 




Weitere Tipps

 

Ängstliche Hunde: Solltet ihr euch einen besonders ängstlichen neuen Hausgenossen ausgesucht haben, gebt  euch und dem Hund viel Zeit. Lasst den Hund auf euch zukommen und haltet euch selbst etwas zurück. Ladet nicht gleich die ganze Verwandschaft in den Tagen nach der Ankunft des Hundes ein, um das neue Familienmitglied zu bewundern, sondern lasst es langsam angehen.
Benutzt am besten keine Flexleine bei ängstlichen Hunden! Falls die einem mal aus der Hand gleitet, poltert der Rollkasten für die Leine hinter dem Hund her und "verfolgt" ihn. Der Hund rennt vor dem Geräusch weg, kann ihm aber nicht entkommen und ihr nehmt euch jede Chance, an das Tier heranzukommen. Benutzt lieber eine Schleppleine, die ihr anfangs in der Hand halten und später über den Boden schleifen lassen könnt.
Füttert den Hund viel aus der Hand, um eine Bindung aufzubauen.
Falls Kinder im Haus sind, gönnt dem Hund einen Ruheplatz, der auch für die Kinder tabu ist. Vermittelt euren Kindern, wie man liebevoll und respektvoll mit anderen Lebewesen umgeht.

 

Andere Hunde: Falls ihr bereits einen oder mehrere Hunde habt, erwarten nicht, dass das neue Rudelmitglied sofort mit Freunde aufgenommen wird. Besonders, wenn ein Hund einen verstorbenen vierbeinigen Freund ersetzen soll, ist die Enttäuschung oft groß, wenn der eventuell trauernde, verbleibende Hund, "den Neuen" erstmal ablehnt. Man kann Sympathie oder Antipathie zwischen Hunden nicht planen. Wir erstellen ein Hunderudel nach unseren Vorstellungen und die Hunde müssen sich damit arrangieren. Manchmal entwickelt sich daraus eine große Hundefreundschaft und manchmal nur eine Koexistenz. Anfangs kommt es oft zu Rangstreitigkeiten, weil unklar ist, wer nun welche Position in der Rudelstruktur einnimmt. Es dauert seine Zeit, bis alle wieder ihren Platz gefunden haben.

Hund und Katze: Müsst ihr Hund und Katze aneinander gewöhnen, achtet immer darauf, dass die Samtpfote eine Rückzugsmöglichkeit hat, wo der Hund nicht hinkommt. Lasst den Hund und Katze möglichst nicht miteinander alleine. Ggf. ist ein Trenngitter (Kindergitter) hilfreich, durch das sich die Tiere sehen und riechen können, obwohl sie getrennt sind. Stellt die Katze in der Rangfolge über den Hund. Füttert sie zuerst und füttert den Hund am besten immer in Anwesenheit der Katze. Belohnt beim Hund jede Art von erwünschtem Verhalten in Zusammenhang mit der Katze und unterbindet unerwünschtes Verhalten im Keim.

 


 

Für den Fall, dass sich Probleme mit eurem Tier anbahnen, lasst sie bitte nicht erst eskalieren! Ihr könnt euch jeder Zeit an uns wenden. Fast alle Probleme lassen sich gut und schnell lösen, wenn sie noch im Ansatz sind. Falsch etablierte Verhaltensweisen sind wesentlich schwerer und langwieriger wieder loszuwerden.

 


Und zu guter letzt...


Wir arbeiten alle ehrenamtlich und beziehen unsere Motivation ausschliesslich aus den Feedbacks, die wir bekommen. Viele der Tiere begleiten wir über mehrere Jahre und das Schicksal jedes einzelnen liegt uns sehr am Herzen. Deswegen freuen wir uns immer wahnsinnig, wenn wir auch noch nach Jahren Geschichten, Fotos von euch und eurem neuen Freund bekommen!



 

Artikel: Zur ewig wieder aufflackernden Diskussion über „Auslandshunde“, hier eine tolle Aussage von Frank Weber, Tierheimleiter Franziskus Tierheim/Hamburg (Ausschnitt aus der BMT-Zeitschrift, Dez. 2011):

 

Ein Auslandshund nimmt dem deutschen Und nichts weg, im Gegenteil


„… an Staffordshire, Rottweiler, Dobermann, Schäferhund und Herdenschutzhunden herrscht meistens kein Mangel. An Interessenten, die mit solchen Hunden umgehen können, aber schon.

Was nur noch selten im Tierheim abgegeben wird, sind gesunde, sozialverträgliche und freundliche Hunde. Und eben diese Hunde sind es, die der normale Hundehalter gerne in seine Familie holen würde.

Wohin kann man denn eine sympathische Familie mit Kindern schicken, wenn man keinen im Tierschutz geeigneten Hund hat? Soll man ihnen sagen, sie sollen sich mal im Internet umschauen oder gleich beim nächsten Hundehändler - da ist es billiger? - Und gleichzeitig sitzen in Tierheimen und Tötungsstationen im uns umgebenden Europa tausende von armen Seelen unter erbarmungswürdigen und lebensbedrohlichen Bedingungen. Darunter hunderte unkomplizierte, freundliche Hunde, die in ihren Herkunftsländern ein grausamer und schmerzhafter Tod erwartet.

Da wundert man sich immer wieder über die Argumentation, wegen dieser Hunde würden die deutschen Hunde im Tierschutz kein Zuhause finden. Das ist definitiv ein Trugschluss. In der Realität ist das Gegenteil der Fall. Wenn man nette, gut vermittelbare Tiere aus dem seriös praktizierten Auslandstierschutz hat, kommen mehr Interessenten in die Vermittlung.

Wie die Erfahrung zeigt, erhöht das definitiv auch die Chancen der „schwierigen Hunde“, unter diesen tierlieben Menschen ein neues Herrchen zu finden“.