Ein Team für die Straßenhunde


Warum unser Verein sich ausgerechnet um die Straßenhunde in Griechenland kümmert entspringt einer persönlichen Geschichte. Eines unserer Gründungsmitglieder lebte für zwei Jahre in Varybopi (Athen) und hat einen ganz persönlichen Einblick bekommen,  woraufhin sie sich entschlossen hat sich aktiv für die Hunde vor Ort einzusetzen.


"Im September 2012 bin ich von Deutschland aus persönlichen Gründen nach Varybopi gekommen, um dort für eine gewisse Zeit zu leben. Dass ich mich während meiner Zeit in Griechenland intensiv für die Straßenhunde einsetzen werde, habe ich bei meiner Ankunft noch nicht gedacht.

 

November 2012: Es regnet, im Vorbeifahren sehe ich einen fuchsfarbenden Cockerspaniel der am Straßenrand sitz, er guckt so traurig, dass es mir das Herz bricht. Neben ihm liegt ein kleiner Haufen Hundefutter, was darauf deutet, dass er ausgesetzt worden ist.

 

In Griechenland werden ständig Hunde ausgesetzt. Die Lage bietet sich anscheinend an um seinen Hund zu "entsorgen".

Sie sitzen an der Stelle, an der sie zurück gelassen wurden, und warten. Manche warten Tage, manche aber auch Wochen.

Bei jedem Auto, das vorbei fährt sieht man die Hoffnung in ihren Augen, dass es sich um Herrchen oder Frauchen handelt, die sie endlich wieder aus dieser Lage befreien. Und man sieht ihnen die Enttäuschung an, wenn sie feststellen, dass es sich nicht um die herbei gesehnten Personen handelt.

 

Eigentlich würde man sagen, man ruft in so einer Situation den Tierschutz oder die Polizei an. Aber das geht in Griechenland nicht, denn niemand würde sich kümmern. Es sind zu viele herrenlose Hunde. Staatliche Tierheime sind überfüllt und die Gärten der Leute, die sich kümmern ebenfalls.

Auch ich hatte nicht die Möglichkeit diese Hunde mitzunehmen. Denn in dem Haus in dem ich wohnte lebten ebenfalls schon drei Hunde.

 

Februar 2013: Ich ging mit meiner Hündin spazieren als plötzlich eine Frau aus dem Haus kam und sagte, ich solle aufpassen, denn irgend jemand habe Gift für die Hunde ausgelegt. Also schaute ich aufmerksam und fand direkt auf meiner Hofeinfahrt ein Stück Gehacktes mit Gift.

Dabei läuft es einem eiskalt den Rücken runter, denn wie oft lässt man die Hunde einfach aus dem Tor laufen..

 

 

Dieser Giftanschlag war organisiert und kostet mehr als 30 Straßenhunden und Hunden von Anwohnern das Leben. Sie alle sind qualvoll gestorben. Auch der kleine Cockerspaniel, den ich im November an der Straße gesehen habe war unter den Opfern.

 

Danach gab es eine große Demonstration bei der viel geredet wurde, aber letztendlich nur Anschuldigungen und keine Lösungen herauskamen.

 

 

Sehr mitgenommen von den traurigen Schicksalen der Hunde versuchte ich nun mehr und mehr zu helfen, wo ich konnte. Dabei hatte ich stets die Unterstützung von Andreas, mit dem ich in Griechenland zusammen wohnte. So wurde zunächst gefüttert und gekuschelt bis ich Arthur traf..

 

Arthur war der erste Straßenhund, den ich bei mir aufgenommen habe. Danach folgten weitere.

 

Umso mehr ich mich aktiv mit der Hilfe für die Hunde im Dorf auseinander setzte, desto mehr bekam ich Kontakt zu anderen Tierschützern. Und an dieser Stelle muss ich sagen, was die Leute im Tierschutz leisten ist einfach der Wahnsinn!

 

So lernte ich auch Eleni kennen. Eleni hat vor ca. fünf Jahren damit begonnen sich um die Straßenhunde in Varybopi zu kümmern. Täglich fährt sie oder eine ihrer wenigen Helferinnen ihre Runde und versorgen die Hunde mit frischem Wasser, Futter und Medikamenten.

Ich habe Eleni auf ihren Futterrunden begleitet und es ist unglaublich was sie leistet!

 

Finanziell, ohne Unterstützung, ist das nicht zu schaffen!

Sie kümmert sich um gut 50 Hunde in Varybopi und der näheren Umgebung. Sie findet fast täglich neue ausgesetzte Hunde oder Welpen.

Das Schicksal der einzelnen Tiere ist in den meisten Fällen grausam und einfach schwer zu ertragen.

 

Hier ein Beispiel: Ich fuhr mit Eleni die Futterrunde. Eine Hündin hatte Welpen bekommen. Acht von neun waren bereits gestorben. Das neunte war in einem jämmerlichen Zustand. Es hatte einen aufgeblähten Bauch, hatte Würmer und war mit Zecken übersät.

 

 

Einen kranken Welpen mit zu sich zu nehmen war nicht möglich, da die Gefahr für die eigenen und die Pflegehunde viel zu groß war. So haben wir versucht zu telefonieren, um einen Platz für den armen Kleinen zu finden. Was aber nicht gelang. Also wurde er notdürftig mit Wurmkur und Ungeziefer Spray versorgt und zunächst unter Tränen seinem Schicksal überlassen. Glücklicherweise hat Eleni später eine Pflegestelle für ihn gefunden.

 

Diese Frau gibt all ihr Geld für die Hunde aus. Das Geld, was sie von Unterstützern bekommt reicht gerade mal dazu die Hunde notdürftig zu versorgen. Was aber gebraucht wird ist ein kleines Tierheim, in dem die Hunde, die nicht auf der Straße überleben können,  aufgenommen und vermittelt werden können.

 

Das allerwichtigste jedoch ist, dass die Hunde kastriert und sterilisiert werden, denn jedes Jahr gibt es unzählige Welpen, die entweder erwachsen werden und sich selber vermehren oder jämmerlich zu Grunde gehen.

Um dem beizukommen muss viel getan werden und in erster Linie fehlen die finanziellen Mittel.


Eleni gehört zu keiner Organisation. Sie sagt, dass viele der Leute lieber ihr persönlich das Geld geben anstatt es einer Oranisation zu geben.


Ich habe mich dazu entschlossen mich auch von Deutschland aus weiterhin aktiv zu kümmern und alles zu tun, um die griechischen Tierschützern bei ihrer Arbeit gegen das Leid der Hunde zu unterstützen."


So wie Eleni setzen sich überall in Griechenland Tierschützer für das Wohlergehen der Tiere ein. Und kommen dabei finanziell an ihre Grenzen.

Um aber etwas zu erreichen und auf offiziellem Weg Spenden zu sammeln und zu verwalten, ist es sehr hilfreich einen gemeinnützigen Verein zu gründen. 

Wir hoffen nun, dass wir Menschen finden, die uns dabei unterstützen große Schritte in Sachen Tierschutz in Griechenland zu gehen.

 

Hier einige Bilder, die die Situation und die Arbeit der Helfer etwas näher bringen sollen: